stellwerk junges theater
Shownotes
Unter Gleis 1, im Westflügel des Weimarer Bahnhof befindet sich das stellwerk junges theater. Die denkmalgeschützten Räume – ehemals Metropa, Restaurant, Internetcafé – bilden seit über zwei Jahrzehnten einen Ort der freien darstellenden Künste für junges Publikum.
Kathrin Schremb ist seit über 25 Jahren als Kulturmanagerin in Thüringen tätig. Als Mitbegründerin des freien Theaters „stellwerk weimar“ entwickelte sie das Haus zu einem Ort zeitgenössischer Kulturvermittlung und leitete es 18 Jahre lang. Seit 2022 ist sie Geschäftsführerin des Thüringer Theaterverbandes. Zudem gehört sie seit 2024 dem Präsidium des Kulturrats Thüringen an und ist seit 2025 Vorstandsmitglied des Bundesverbands Freie Darstellende Künste.
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00:00:00: Von Brettern und Welten, Theater- und Räume hörend erkunden.
00:00:04: Das ist ein Podcast des Internationalen Theaterinstituts der Theaterhäuser ausgehend von ihren Räumen porträtiert.
00:00:12: Mein Name ist Juliane Zellner.
00:00:15: In dieser Folge leide ich Sie liebe Hörende zu einem Rundgang durch das Stellwerk ein.
00:00:20: Der Stellwerk ist ein Theater für junges Publikum – ein Theater der freien Szene in Weimar im Theaterpreis des Bundes in der Sparte Freie Produktionshäuser ausgezeichnet.
00:00:34: Für unseren Rundgang bin ich heute mit Katrin Schrempfer abredet, Gründerin und vormals langjähriger Leiterin das Stellwerks.
00:00:41: Hallo Kafrin!
00:00:44: Ja, der Name ist Stellwerk lässt ja gleich so eine Assoziation mit der Bahnaufkommen Gleise die gestellt werden.
00:00:52: Und wir finden uns jetzt hier auch gerade direkt vor dem Weimarer Hauptbahnhof, hier ist nämlich das Stellwerk auch beheimatet.
00:01:00: Und dieser Weimar-Hauptbahnhof ist ja ein neoklassizistischer Bau von Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:01:07: Wie kann es, dass das Stell werk hier eingezogen ist und man da letztlich so eine Umnutzung hat bzw.
00:01:13: Mitbenutzung?
00:01:14: Weil der Hauptbahnweg immer noch in Betrieb
00:01:16: ist.
00:01:18: Das Stellwerk ist eingezugen oder wir haben den Ort gegründet, zwei Tausendundzwei.
00:01:23: Und das Theater spielt sich ... in dem kompletten Westflügel vom Hauptbahnhof-Gebäuter.
00:01:29: Da spielt sich das ab auf drei Etagen und ganz unten der Vorstellungssaal, wo die Zuschauer unten auch reinkommen mit des Foyer-Zustellensaals.
00:01:38: Das war in der Betreibung vorher die Metropa, also sozusagen zur DDR-Zeit des Restaurants der Bahn war dann gereden von der Rüdervereinigung neunziger.
00:01:52: Umbruchzeits gab unterschiedliche Nutzungsmodelle, die Bahn hat es selber eigentlich genutzt weil in den oberen Entagen waren das Büroräume von der Deutschen Bahn und unten war er der Wartepereich.
00:02:04: Und dieser Raum und die Halle war leer.
00:02:07: Es gab Versuche, es waren Restaurants drin, es war ein Internetcafé.
00:02:11: Die gingen dann raus, die hatten das nicht geschafft.
00:02:14: Ich habe es immer beobachten gedacht hier wird was leer oder hier ist, was schon länger leer.
00:02:19: Und dann haben wir die Deutsche Bahn angeschrieben und sie wollten uns das gerne mal anschauen – so begann eigentlich alles!
00:02:26: Es gab wesentliche Gründer, Persönlichkeiten, die wichtig waren, Regina Heinz als Schauspielerin, die die ersten Jahre mit mir gemeinsam Theater gemacht hat.
00:02:38: Wir waren vorher woanders organisiert oder Bianca Künzel aufzunennen in der erste Gründungsgeneration.
00:02:48: Wir haben dann eine Verordnung gesucht.
00:02:50: Es waren kurz entspielende Menschen, die mit uns durch die Gegend gezogen sind.
00:02:54: Wir haben Theater gemacht und schon immer Theater mit Jugendlichen
00:02:58: von
00:02:58: Jugendlichen für Jugendliche.
00:03:01: Und wir haben immer gedacht, wir brauchen eine Adresse.
00:03:04: Wir brauchen der Verordnung!
00:03:06: Und diese Halle dieser Raum, diese Architektur hat eigentlich alles das mitgebracht was wir brauchten.
00:03:11: Eine große Halle, Nebengelässe usw.. Deswegen war für uns der Bahnhof total erst mal räumlich spannend.
00:03:21: Und dann gibt es noch einen Wink, so ein Bahnhof ist nur ein Transitraum wo sich Gesellschaftsschichten mischen und alle Gesellschaftssschichten sich abbilden.
00:03:31: Das fand ich interessant weil die Philosophie oder diese Theateridee damals für viele Gesellschaftsschlichten, für Menschen das hat sich da verbunden.
00:03:41: Hier ist ja letztlich auch so'n Feinsitt- oder Einraum zwischen dem Nationaltier der Weimar, was dann unten im Zentrum von Weimar liegt und Buchenwald also auf der anderen Seite liegt.
00:03:53: Ja genau, Erinnerungskulturen großer Punkt auch in der künstlerischen Arbeit vom Stellwerk.
00:04:00: Wir sind am Fuß des Edersbergs um KZ Buchenweit die Bahn die Buchenwald-Bahn in der Zeitgeschichte und dann, wie du sagst es ins Zentrum zum klassischen oder weimarer Klassik.
00:04:15: Genau das Spannungsfeld, Gürtischschiller, Sturm und Trangzeit, Weimarer Classic Bauhaus und Buchenwald ist ja alles Weimar.
00:04:24: Und genau das bildet für uns dieser Transitbereich an der Stelle dieses Zentrums in diesem Bahnhof.
00:04:32: Und letztlich ist dieser Name Stellwerk ja auch doppeldeutig zu verstehen.
00:04:36: Es ist zwar ein Stellwerk vom Raum her, eine Einbettung in diesem Bahnhof aber auch ein Stellwerker.
00:04:42: Seid ihr an Theater für junges Publikum?
00:04:45: Da geht es ja auch um einen Stellwerk letztlich.
00:04:50: Genau und wir waren damals fünfzehn verrückte Menschen die sozusagen angefangen haben hier an dem Ort.
00:05:00: Was kann das sein?
00:05:01: Es gibt im Archiv, im Stelwerk noch den kleinen Zettel wo ganz viele Namen da stand.
00:05:06: Wir hatten Kulturbahnhof, wir hatten Kuba-Kulturbahnhof.
00:05:11: dann wusste ich dass in Kassel natürlich der Kulturbahnhofer ist und hab gesagt ah ne was is unsere Identität!
00:05:16: Das ist immer die Suche wie was ist unsere Philosophie?
00:05:22: Diese Begriffe, Bewegungen Weichenstellen.
00:05:25: Die junge Generation von Jugendliche für Jugendliche Gegenwertlichkeit Erinnerung all diese ganzen Sachen haben uns zum Stellwerk geführt.
00:05:33: und wenn man von der deutschen Bahn nicht nur weiß zur deutschen Bahn gehört als Weichenstellort ist es genau die philosophische oder die poetische Übertragung gewesen und das war ganz schnell gefunden dass das Stellwerk-Stellwerk heißt.
00:05:48: und interessanterweise wir gucken ja gerade auf das Objekt ist jetzt hundert Meter weiter, direkt daneben das eigentliche Stellwerk vom Weimarer Hauptbahnhof.
00:05:59: Das ist jetzt außer Betrieb...
00:06:01: Ja dann lass uns doch mal reingehen und ich würde total interessieren wie es von innen aussieht weil von außen hat man ja dieses sehr monumentales Gebäude.
00:06:09: und genau wie habt ihr das umgesetzt?
00:06:12: Wahrscheinlich auch Denkmalschutz auf den Gebäuden.
00:06:15: Genau wir gehen einfach
00:06:17: mal rein Wir gehen rein, was ist gut Vorne ranstellen will, ist das unsere inhaltliche strukturelle Ausrichtung.
00:06:24: Wie haben wir Räume gespielt?
00:06:26: Dadurch dass das Denkmal geschützt ist hat sich die inhaltlichen Arbeit immer der Architektur gebeugt.
00:06:32: also welche Räumen standen zur Verfügung?
00:06:33: und die Nutzung hat sich immer dem Haus gebeugт und das werden wir an vielen Stellen wieder finden.
00:06:46: Wir kommen jetzt durch die Tür hier rein und stehen gleich im Foyer in einem ungefähr fünfzig Quadratmeter großen Baum.
00:06:54: Genau, hier rechts Seite ist dann das Ticketing.
00:06:57: Hier ist eine Bar.
00:06:59: Wir haben nebengelässe gleich für was die Bühne direkt in Bühn nähe gebraucht wird.
00:07:06: Garderobe auf den Wänden finden sich die aktuellen Stücke wieder.
00:07:11: Hier gibt es eine Wand, eine Mitteilungswand.
00:07:14: Hier können Zuschauer und ihre Kommentare... Früher gab es das Gästebuch.
00:07:20: Das sind heute Sticker, die beschrieben werden können und dieses Archiv ist hier zu sehen.
00:07:24: Du hattest
00:07:25: jetzt
00:07:25: vorher
00:07:25: schon eingesprochen durch die Bahn.
00:07:28: Also die Bahn ist der Vermieter.
00:07:30: Wie beeinflusst euch das oder wie hat das euch beeinflußt?
00:07:34: Das war erst mal sportlich mit der Bahn als großen Konzern zu verhandeln, weil wie ich vorhin sagte waren ja die Räumlichkeiten hier leer und ich habe mich dann an die Deutsche Bahn gewandt.
00:07:46: An den Vorstanden bin dann bis in Berlin beim DB-Vorstand vorstellig geworden und hab unser Konzept ihnen erklärt oder ihn vorgestellt, diese Räume waren hier leer.
00:07:57: Diese Räumen bringen alles mit was wir brauchen und wir konnten sofort loslegen.
00:08:01: Das heißt ich brauchte unbedingt das Jahr von der Deutschen Bahn so und die Deutsche Bahn hat überhaupt keinen Bezug zu Theaterarbeit es ist nicht ihr Kerngeschäft.
00:08:09: Das heisst die größte Aufgabe war es Leute im Vorstand zu finden die diese Idee – und wir wussten ja noch gar nicht ob's funktioniert – diese Idee mitverfolgten.
00:08:18: also wir kriegten einen Mietvertrag Wir hatten noch keine Förderung damals, wir wussten mit den Konditionen, wir müssen so und so viel mal spielen.
00:08:27: Dann haben wir die Miete erst einmal drin.
00:08:30: Und so ist es gestartet.
00:08:33: Die Bahn hat uns erstmal nur den Saal gegeben – der Vorstellungssaal damals schon heute.
00:08:39: Und alle Nebengelässe hatten die uns die Türen zugeschlossen, außer die Toilette und den Zuschauerzugang.
00:08:46: Das heißt diese Erschließung des kompletten Westplügels ist nach den Jahren entstanden.
00:08:52: Die Theaterarbeit hat sich ausgebreitet das Stück Volumen ist größer geworden und damit brauchte es mehr Räumlichkeiten und die Bahn hat irgendwie uns vertraut.
00:09:01: wir haben denen vertraute und wir haben eine gute Partnerschaft eingegangen Und ich glaube, es hat nur ein Jahr gedauert.
00:09:07: Dann ist die Stadt Weimar auch in die Miete eingestiegen und das hat natürlich dann nochmal beflügelt – die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und uns.
00:09:17: Lass uns mal hier weitergehen!
00:09:18: Man sieht schon zu unserer rechten Seite ist dann der Hauptzahl.
00:09:23: Der ist letztlich wie so einen Verbindungsraum
00:09:26: zur
00:09:27: Haupthalle des Weimlerer Hauptbahnhofs wieder.
00:09:30: Also man kann, wenn das die Kulisse jetzt gerade nicht aufgebaut ist.
00:09:33: Kann man wirklich durch die Tür durchsehen in der Haupthalle?
00:09:38: Genau!
00:09:38: Das ist eine räumliche
00:09:40: Achse.
00:09:41: Der Westflügel im Kern des Hauptgebäudes ist ja die große Wartehalle, die für Reisende und Geschäfte drin sind.
00:09:47: Die für Reisen da sozusagen... ...die große Wartehalle ist, der Westflügel.
00:09:52: Und der Ostflüge, das ist eine Achse.
00:09:54: Es ist natürlich den Bau der Architektur von damals geschuldet Und wir stehen jetzt hier im Hauptsaal, das heißt Hauptsaals gibt nur einen Saal.
00:10:04: Das ist der Bühnenraum und wir sind jetzt den Weg für die Zuschauerinnen gegangen.
00:10:09: D.h.,
00:10:10: hier ist eine große Halle, die ist so zwei Hundertfünfzig Quadratmeter groß in einer Deckenhöhe von fünf Metern.
00:10:16: Hier sieht man auch wieder die Architektur nämlich der Sturm, die Kassetten der Kassettenstück, der aus Denkmalschutzgründen auch erhalten bleiben musste.
00:10:26: Der ist sichtbar für die Zuschauer und der ganze Raum ist schwarz.
00:10:31: Wir stehen hier in einer Blackbox.
00:10:33: Das ist das was wir durften Wie gesagt in die Raumstruktur nicht eingreifend aber wir durftens streichen Aber die Decke ist noch in dem Original In der Farbgebung also gelb Pastelgelb und Pastell in der Farbgestaltung des Denk-Euh-Schutz.
00:10:54: Und ihr habt hier eine Zuschauertribüne eingebaut, für wie viele Menschen ist hier Platz?
00:10:59: Also es ist ne Kleinkunstbühne als im Versammlungstätten auch ein Oppenungstechnischen Sinne auf Neuneinzig.
00:11:07: Genau also das ist ne Zuschauertribüne.
00:11:09: die geht auf vier Meter hoch und wir sind hier in einem Raum der so zwar hat... Das heißt, die Spielfläche ist hier sechs Meter mal zwölf.
00:11:23: So kann man sich das vorstellen.
00:11:25: und wenn man auf der Bühne steht... Wir stehen ja hier gerade auf der bühne sieht man dass rechtzeitig dann auch gleich der Backstage ist.
00:11:34: Hier sind überall Vorhänge, man kann es abtrennen weil wir ja wie gesagt in die Architektur nicht eingreifen konnten.
00:11:41: Es sind große Säulen Und hier sind Moltonabhände, die Moltonvorhängen sind zu und damit entsteht ein geschlossener Raum.
00:11:49: Wird der Raum auch so genutzt?
00:11:51: Dass er andere Konstellationen zulässt oder ist das die Gängige?
00:11:57: Das sind dann die Erfahrungswerte wenn man hier seinen Raum sich sozusagen erarbeitet im Wassensinn des Wortes.
00:12:04: Die Zuschauer-Tribüne ist später erst reingekommen.
00:12:06: wir haben ebenerdig gespielt.
00:12:09: Wie gesagt, die finanziellen Möglichkeiten waren damals nicht da.
00:12:13: Wir haben einfach Stühle reingestellt und los ging's mit vier Scheinwerfern.
00:12:18: Das kann wahrscheinlich jedes Gründungstheater nachvollziehen Und das ist alles nach und nach entstanden.
00:12:24: also immer wenn Geld sozusagen eingespielt worden ist Flugt es in die Technik hoch und und das hat sich Stück um Stück.
00:12:34: aber jetzt, so wie wir es sehen mit Zuschauertribüne die Trabiasen also mit der kompletten Ausstattung von Licht-Tonvideo ist das bestimmt schon seit fünfzehn Jahren.
00:12:44: Also der Bahnhof hat uns vorher gesagt er ist ja in Betrieb.
00:12:49: bekommt man das mit wenn man hier steht oder wenn man sitzt und eine Inszenierung verfolgt?
00:12:57: Ja also wir stehen jetzt hier und die Gleisen sind direkt über unseren Köpfen Gleis eins gleich ein, ist direkt über unseren Koff.
00:13:07: Dieser alte Bahnhof hat so dicke Wände und ich würde sagen, sixty-fünf Zentimeter dick gewendelt.
00:13:14: die Geräuschkulisse ist total gedämmt also wir hören es nicht.
00:13:19: was ich aber immer ganz schön fand oder charakteristisch wenn ich in der Halle stand dass man bis vor zehn Jahren immer noch die Durchsage gehört hat bzw den Ja, ich würde jetzt sagen den Ding-Dong wenn die Durchsagen kommen und da hat sich ja bei der Bahn auch die letzten Jahre was verändert.
00:13:39: Jetzt hört man das selbst nicht mehr.
00:13:42: Aber das mochte ich immer und das stürte auch in dem Produktion nicht.
00:13:45: Das macht diesen Ort
00:13:47: aus!
00:13:47: Ja, verstehe.
00:13:50: Dann lass uns doch mal wieder aus dem Hauptzahl rausgehen.
00:13:56: Wir haben ja vorne.
00:13:56: im Foyer war schon sichtbar, dass es da auch noch in andere Bäume weitergeht die vielleicht jetzt fürs Publikum gar nicht so zugänglich sind.
00:14:05: Aber bei einem Theater ist er immer.
00:14:07: also man hat die Bühne und das Foyet und dahinter erstreckt sich eigentlich noch viel mehr Fläche – die Lagerräume, die Werkstätten
00:14:17: usw.,
00:14:17: das ist natürlich bei einem freien Szenehaus kleiner.
00:14:20: aber ich sehe schon, es gibt es auch hier.
00:14:23: Ja und wenn ich vorhin schon darauf eingegangen bin, dass das hier zu dem DDR-Zeit in einem Restaurant war ist das erste Lager eigentlich die alte Küche.
00:14:32: Und wenn ich vorher gesagt habe, dass die Theaterarbeit oder andersrum die Räumlichkeit die Theater Arbeit beeinflusst hat haben wir ja alles vorgefunden.
00:14:42: Wir stehen ja gerade im Lager, das ist gefließt.
00:14:44: Das war eine Küche.
00:14:45: Hier sind rutschfeste Fliesen verlegt Wunderbar für... für eine Werkstatt.
00:14:52: Wir haben immer geschaut, was gibt es hier für Räume?
00:14:54: Und hier gibt's ne Menge viele kleine Räumer weil sie sehr kleinteilig ist in den Etagen und die haben wir uns dann zur Nutze gemacht und einer Nutzung sozusagen zugesprochen.
00:15:07: Okay und hier genau bei der zweiten Tür kommt man zum Aufgang in die zwei weiteren Etagen.
00:15:15: Genau!
00:15:15: Der ist nicht zu wänglich für den Zuschauerbereich, weil hier ist wichtig dass die Ebenertigkeit gegeben ist.
00:15:22: Das heißt, der Zuschauer kann... Also es ist alles ebenerdig barrierefrei.
00:15:27: hier auf dem Boden befinden sich Orientierungspunkte für Menschen mit einer Seebeeinträchtigung.
00:15:34: Die werden geleitet in den Hauptraum und es ist barrierem ebenerdlich.
00:15:40: deswegen sind die zweite und dritte Etage nicht zuhängig für die Zuschauer.
00:15:45: Da finden aber trotzdem Dinge statt und lassen uns mal hochgehen.
00:15:48: Gerne!
00:15:51: Hier ist jetzt ein Tättenhaus, über das man in die Etagen gelangt.
00:15:56: Da ist der Hall auch gleich drin.
00:15:59: Wir haben das ganze Haus bespielt und alle Etagen mal gespielt.
00:16:04: Da haben sich immer wieder Gelegenheiten gefunden wie man auch das Haus öffnen kann in all seinen Facetten bis hoch zum Giebeln.
00:16:16: Wir haben
00:16:20: bekommen.
00:16:21: jetzt, also unten in der zweiten Tasche ist das Lager für die größeren Requisiten.
00:16:28: Und jetzt sind wir an der zweite Tasche im Giebel vom Gebäude und da pfittelt sich wieder die Achsen.
00:16:38: Die großen baulichen Achsenmieder und viele kleine Räume.
00:16:43: hier gibt es noch Schminktische.
00:16:46: Hier sind ein sechs Quadratmeter Raum.
00:16:47: Hier finden zwei Leute
00:16:49: Platz
00:16:50: um sich umzuziehen Und fertig zu machen.
00:16:55: Also in der zweiten Etage sind sozusagen Gregvisiten, die nur einmal im Jahr gebraucht werden oder alle zwei Haare.
00:17:01: Wenn ich das mal aufmache so Riesenbänke und so.
00:17:05: Hier oben sind die Räume für den Theaterpädagog, die Büros.
00:17:11: Hier hinten ist noch ein Aufnahmestudio und einen Bentraum bei aller Kompositionen- und Armbandschnungswertung selbst gemacht.
00:17:19: Das macht Philipp der Techniker.
00:17:21: Deswegen ist es hier oben.
00:17:23: Und hier ist der Fundus.
00:17:35: Der Kleidungsfundus und von dem geht man dann weiter in
00:17:37: den Inglingen, genau das Störwerk hat zwei Probenräume.
00:17:41: ein kleiner stehen wir jetzt gerade drin.
00:17:44: Das ist ein Raum der so sechzig Quadratmeter hat.
00:17:47: der hatten Teppich
00:17:49: und einen direkten Blick auf den Bernhof.
00:17:51: letztlich wieder unter unses Gleis eins dann
00:17:54: Genau.
00:17:55: Und hier sieht man die Leute ankommen und gehen.
00:17:58: Genau, also man schaut gleich auf die Gleisen.
00:18:00: Hier sieht man auch die Züge.
00:18:01: Hier steht gerade einer.
00:18:04: So ein Ort macht auch gleich eine künstlerische Arbeit.
00:18:07: Das habe ich schon jetzt mehrfach erwähnt ist inspirierend.
00:18:10: das heißt von hier aus haben wir auch die Glesen bespielt.
00:18:14: Also da gab es Tanzbefamilies auf dem Gleis, die Zuschauer und dann hier im kleinen Probenraum.
00:18:20: Wir sind jetzt ungefähr so... zehn Meter über der Gleise.
00:18:24: Wir gucken praktisch drauf oder zur Gleis hin und hier hat man durch die Fenster, wir haben eine kleine Seekisten gebaut und man hat sich die Performance angeschaut.
00:18:36: Hier sieht man auch schon das Schild Weimarer Kulturbahnhof.
00:18:40: Das alles spielt ja hiermit.
00:18:43: Und weil wir es gerade sehen, Weimarers Kulturbahnhof habt ihr da nicht dann gravierend dazu beigetragen?
00:18:50: als Stellwerk, als Theaterort im Bahnhof.
00:18:53: Das ist auch nicht gerade typisch.
00:18:55: oder woher kommt der Name Kulturbahnhof?
00:18:59: Wir sind ja hier in den Jahr zwei Tausendzwei eingezogen und der Kulturbahn-Hof wurde benannt.
00:19:07: Ich sage Selbstverständlich, wenn ein Theater im Kulturbahnhof oder im Bahnhof ist, schwingt das mit.
00:19:16: Das hat ja einen Marketingtechnischen oder hat ja Marketinghintergründe.
00:19:22: der Bahnhof als Tour zur Kulturhauptstadt zur Klassik und so versteht sich das.
00:19:28: aber natürlich befindet es sich im Kulturbahnhof, weil man ein Theater
00:19:35: Ja, dann lass uns mal wieder runtergehen.
00:19:37: Das ist total interessant hier nochmal diesen Backstage-Bereich auch zu sehen also um zu sehen Wo werden eigentlich die Dinge gelagert?
00:19:45: Was es... Also das ist der ganze Hintergrund dass da eine Produktion auf unten stattfinden kann.
00:19:51: Wie viel Produktion habt ihr pro Jahr hier?
00:19:55: Der Stelwerk hat zwischen zweihundert und zweieinhalbundfünfzig.
00:20:00: Es gibt ja viele Anfragen von außen Produktionen im Jahr, Eigenproduktionen primieren.
00:20:08: Neue Produktion sind so zwischen fünf und sieben je nachdem wie die Finanzierung aufgestellt ist aber in dem Schnitt immer eine neue Produktion.
00:20:17: Und dann kommen aus den Vorjahresspielzeiten ja die Produktion mit rüber.
00:20:22: Aber das Veranstaltungsvolumen sind so zweihundert bis zweieinhalbfünfzig.
00:20:27: Und da sind dann neben den ganzen Theaterproduktionen auch kleine Kunstformate.
00:20:32: Das ist eine Lesung, das sind doch mal große Bandkonzerte.
00:20:36: Das sind klassische Konzerte – wir haben ja hier die Musikhochschule in Weimar.
00:20:41: Also Weimar ist ja die Stadt der Geschichte und der Kulturinstitution.
00:20:47: Da gibt es ganz viele Kooperationen, Vernetzung.
00:20:49: aber den Hauptteil vom Stellwerk macht das Stellwerk selber aus.
00:20:53: Und Theaterpädagogik ist ein Schwerpunkt?
00:20:56: Wie ist das mit dem jungen Publikum oder den jungen Leuten?
00:21:02: Finden die von selbst hierher, oder geht das Stellwerk dann auch in die Schulen rein.
00:21:06: Also es ist ja jetzt kein klassischer Theaterbau in dem Sinn und muss ja auch erst mal gefunden werden.
00:21:16: Das spielt die Zeitenrolle und dass wir uns etabliert haben in der Stadt.
00:21:20: Natürlich hat das Steylwerk auch solche Formate wie Klassenzimmerstücke und geht in die Schule so.
00:21:26: Und geht in den Schulort, aber durch die inhaltliche Ausrichtung... Das hat schon zum Beginn als wir hier angefangen haben, also Ende der neunziger Jahre da hat es schon begonnen weil der Schwerpunkt war eigentlich damals Literatur, Literaturvermittlung.
00:21:43: Wie guckt einer Generation?
00:21:46: damals wie heute auf eine klassische Literatur, auf den Faust von Goethe.
00:21:50: Auf Schillers Räuber und so weiter.
00:21:51: also die Literaturvermittlung und das Literaturverständnis war immer sozusagen der erste Fokus.
00:21:57: heute in der veränderten Ästhetik.
00:22:00: Das Stelvegg-Arbeit ist sehr zeitgenössisch, partizipativ Und weil es immer der Bezug ist für Jugendlichen war das nie ein Thema.
00:22:10: Und ist es so, weil ihr in dieser zentralen Lage im Bahnhof ist?
00:22:14: Dass ihr einen Einzugsgebiet auch in anderen Städten habt.
00:22:17: Also wenn man jetzt von Gera kommt oder jener liegt ja auf einer Bahnlinie macht sich das bemerkbar
00:22:23: absolut.
00:22:24: also Ich glaube die größte Schnittstelle, das hat da etwas mit der Veränderung zu tun ist Leipzig-Weimar.
00:22:30: Weil viele sind von Weimar weggezogen und weil die Bedirjungsfelder in Weimar einer Kunst halt nicht so gegeben haben.
00:22:37: In Sachsen hat sich das viel besser ergeben.
00:22:40: Das heißt wir sind eine Stunde voneinander entfernt per Bahn.
00:22:44: Wir sind in dreizehn Minuten in Erfurt Und auf der anderen Seite in Jena Also auch der Weimacher Land.
00:22:50: Die Spielen kommen tatsächlich von allen Bereichen.
00:22:54: Es sind Weimarer direkt oder auch außerhalb, aber das Publikum, das finde ich halt spannend dass auch aus Leipzig Leute kommen die einfach ein Stück sehen und sind einer Stunde später wieder zu Hause in jeder Großstadt normal.
00:23:12: Wir gehen jetzt wieder runter.
00:23:13: Danke, dass ihr hier auch sehen dürfte und kommen dann über die Zweigeschrassen nach unten im Foyer an.
00:23:26: Ich finde es sehr total interessant, dass man hier letztlich so ist.
00:23:30: Es ist wie eine Unterwanderung bis hin.
00:23:32: Man hat diesen Monumentalbau das neoklassizistische was ja nach wie vor da ist und das Stellwerk führt zu einem Bruch letztlich herbei oder hat sich letztlich wie eingepflanzt in diesem neoklasizistischen Bau den wir eigentlich von Stadtjagdern kennt?
00:23:48: Ja absolut!
00:23:49: Das drückt sich auch in der inhaltlichen Ausrichtung aus.
00:23:53: Diese Räume sind ja voller Brüche Also die Decke in dem historischen Gewand bis hin zu einer zeitgenössischen Reflexionswand oder Feedback-Wand.
00:24:02: Die Brüche werden in der Ausrichtung gesucht, die wären auch in den Stücken gesucht.
00:24:06: Die sieht man in den Bühnenbildern, die gebaut werden – also genau das!
00:24:14: Jetzt sind wir wieder im Foyer.
00:24:15: Vorher war es ja hier unten noch ganz leer und jetzt sind schon einige Leute unterwegs.
00:24:20: Wie viele Menschen arbeiten eigentlich hier im Stellwerk?
00:24:24: Es ist ein Kernteam hier, wie immer so eine freie Bühne viele Menschen hier umtreibt.
00:24:32: Ist ein Kern-Team aus neun Mitarbeitenden, wo von fünf fest angestellt sind und bis zu dreißig Freischaffenden von Grafik, Choreografie, freischaffendem Theatermachern, Regiepositionen und und die dann auf Honorarpass oder Projektbasiert für die Inszenierung sozusagen hier arbeiten.
00:24:53: Aber das Kernteam, Technik, Theaterpädagogik, Hausleitung sind fünf Angestellter.
00:25:00: Bis zwei zwanzig warst du hier im Haus?
00:25:03: Du bist ja auch ein Gründerin des Hauses und hast da quasi übergeben
00:25:08: Genau.
00:25:09: Ich habe durch mein eigenes kulturpolitisches Interesse, weil die Ausrichtung war immer wie kriege ich bessere oder gute Arbeitsbedingungen für freie Theater?
00:25:17: Was braucht es für Gelegenungsoptionen?
00:25:20: Was muss ich machen?
00:25:21: Wie ist meine Einflussnahme in der Struktur?
00:25:23: Wie kann ich das sichtbar
00:25:24: machen?".
00:25:25: Das hat mich schon immer umgetrieben.
00:25:27: Und das habe ich dann im Jahr zum Hopfuchus gemacht und bin gewechselt in den Thüringer Theaterverband, um ein Konzept für ein freies Produktionshaus für Thüren zu entwickeln.
00:25:37: Das war die Motivation.
00:25:40: Die jetzige Hausleitung ist Stephanie Heine mit der ich zehn Jahre hier gearbeitet hab zusammen als Theaterpädagogin.
00:25:47: Sie ist jetzt die künstlerische Leitung mit Julia Heinrich als Kaufmännische Leitungen.
00:25:54: künstlerische Team ab.
00:25:56: Und da ist ein Generationswechsel, was mir wichtig war sehr gelungen.
00:26:00: Ja Stefan, die Heinerbegegnung wird es auch gerade hier im Foyer beim Aufbau der Kulissen für die nächste Vorstellung.
00:26:08: Was wird denn heute Abend gezeigt?
00:26:10: Heute anspielen wir weiße Rose Stimm des Widerstands.
00:26:13: das ist ein Stürz mit jungen Erwachsenen, die sich damit beschäftigt haben, was heißt Widerstanden leisten, Widerständigkeit aber sozusagen in historisch bezugte dieser Widerstandsgruppe Weiße Rose in der NS Zeit Und sie standen aber auch im Bogen zu heute.
00:26:25: Sie gucken in Thüringen, was für Widerstandsgruppen gab es.
00:26:27: und da ist ein sehr schöner Abend entstanden der auch gemeinsam mit den D&T entstanden ist.
00:26:31: weil das Besonderste stehen auch zwei Opernsänge einen auf der Bühne.
00:26:35: Danke Steffi Heiner für diesen kurzen Ausblick zur Vorstellung heute Abend und an dieser Stelle aber jetzt auch danke an dich Katrin für diesen Rundgang.
00:26:44: dass du dir die Zeit genommen hast
00:26:45: Ja bitte schön hat mich gefreut
00:26:48: Danket ihr.
00:26:50: Damit, liebe Hörende verabschieden wir uns für heute bei Ihnen und grüßen Sie aus dem Stellwerk in Weimar.
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